"Burschi"
Meinen ersten Groenendael bekam ich im Alter von vier Jahren. Mein Vater fuhr mit mir zu einem Züchter in der Nähe Berlins und ich dürfte mir einen Hund aussuchen.
Wie jedes kleines Mädchen erhoffte ich mir einen "Lassy-Hund"; zum Glück aber waren zu dem Zeitpunkt keine Colly-Welpen vorhanden, so dass uns der Züchter letztlich einen kleinen schwarzen, ach so süßen Welpen zeigte, drei Monate alt und ganz allein in einer kalten großen Baracke aus Stein, in dem - soweit ich mich erinnere, nicht einmal ein Fenster war. Der Züchter meinte zu uns: "Den verkauf ich Euch ganz billig, der hat sowieso einen grauen Hintern!" Wir fragten wie der Hund heißt und er sagte, er rufe ihn immer "Bursche" und darauf höre er schon ganz gut. Ich habe mich spontan in dieses hilflose, süße Wesen verliebt.
Wir blieben bei diesem ungewöhnlichen Namen!
Mein Burschi entwickelte sich hervorragend, die grauen Hosen verschwanden völlig und er wurchs zu einem prachtvollen großen Rüden heran. Mit diesem Hund habe ich meine gesamte Kindheit verlebt.
Burschi war überall mit dabei, egal was wir als Kinder anstellten. Er lernte Türen zu öffnen, uns an der Hand zu nehmen und die "verbuddelten Schuhe" wieder auszugraben und uns diese vor die Füße zu legen, wir spielten Verstecken, spannten ihn vor dem Schlitten (mit Angel und befestigtem Würstchen daran zog er mich dann auch), er beschützte mich, wenn ich noch abends im Dunkeln auf unserer nahe gelegenen Eisbahn Schlittschuhe fuhr (war mal im Eiskunstlaufen und liebte es ohne Zuschauer zu fahren), lag im Sommer mit ihm unter'm Kirschbaum - mit ihm als Kopfkissen zum Mittagsschläfchen und vor allem abends vor dem Fernseher u.s.w.. Seine Hütte im Garten bestand aus zwei Räumen, in welcher ich meistens gemeinsam mit Burschi zu finden war (oder mich vor meinen Schwestern versteckte ) und erzählte ihm dort alle meine vielen ach so wichtigen Geheimnisse, später meine Schulprobleme und ganz später auch meinen ersten Liebeskummer. Es schien immer als verstünde er mich und wenn er über mein Gesicht leckte, waren meine großen und kleinen Sorgen nur noch halb so arg.
Im Jahr 1990 mussten wir unseren geliebten Hund dann leider erlösen.
Am 28.09.1990 sah er zum ersten Mal meine sechs Tage alte Tochter, berührte sie mit seiner Zunge und mein Dad fuhr mit ihm zum Tierarzt. Wir pflanzten einen wunderschönen Baum über sein Grab!
Burschi erfreute sich 18 Jahre lang an einem traumhaft schönen "Hundeleben", er wurde von allen geliebt und gab doch unermesslich viel Liebe wider - bis in die heutige Zeit prägt er meine Leidenschaft für diese einzigartige Rasse der Belgischen Schäferhunde!
Ich werde diesen Hund niemals vergessen und danke ihm noch heute für diese vielen wunderschönen Jahre, für seine Treue und Liebe!!!








